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    Lehrstuhl für Altorientalistik

    Vortrag Mesopotamische Magie, Mo 21.10.2019

    13.09.2019

    Das 'Badehaus': ein Ritual für den angefeindeten und schuldig gewordenen König.

    Bildquelle: Graham Leslie McCallum, https://grahamlesliemccallum.wordpress.com/2013/09/27/468/

    Daniel Schwemer (Würzburg)
    Ziegenkadaver, Hexenfigur und Königspuppe: Das babylonisch-assyrische Badehaus-Ritual

    Ort: Toscanasaal, Residenz, Südflügel, II. Stock
    Zeit: Mo, 21.10.2019, 18 Uhr ct

    Die babylonisch-assyrische ‚Beschwörungskunst‘ oder ‚Magie‘ kannte eine Vielfalt von Heilvorschriften und Zeremonien, darunter zahlreiche defensive Rituale zur Lösung von Übel und zur Reinigung des Patienten, aber auch Rituale aggressiver Natur, deren Zweck die Stärkung des Ritualklienten und die Manipulation anderer Personen war. Die Abwehrrituale konnten sich etwa gegen Dämonen, Götter­zorn, Behexung, Feinde, den Fluch als Folge eines Tabubruchs, Geister oder böse Vorzeichen aller Art richten. Diese ‚Quellen des Bösen‘ waren als Verursacher schlimmer, unerwarteter und undurchschaubarer Krankheiten und Leiden wohlbekannt. Die Rituale der aschiputu dienten der Bekämpfung des Bösen und der Heilung des von ihm verursachten Leidens. Zu diesen Ritualen gehört auch das traditionsreiche, in der Regel für den König durchgeführte Badehaus-Ritual, das aber keineswegs einfach ein unspezifisches Reinigungsritual darstellt, das durchzuführen war, wenn böse Vorzeichen Gefahr für den König anzeigten. Vielmehr besitzt das Badehaus-Ritual einen klaren thematischen Fokus: den verhassten, verunglimpften, von Schadenzauber und Feinden bedrohten König, der selbst Schuld auf sich geladen hat.

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