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    Lehrstuhl für Altorientalistik

    Altorientalistik in Würzburg

    Theo Bauer; Lehrstuhl für Orientalische Philologie 1947–56
    Wilhelm Eilers; Lehrstuhl für Orientalische Philologie 1958–73
    Einar von Schuler; Lehrstuhl für Orientalische Philologie 1974–87

    Die Beschäftigung mit den Sprachen und Kulturen des Nahen Ostens und zumal den altorientalischen Kulturen blickt in Würzburg auf eine lange Tradition zurück. Schon im frühen 17. Jahrhundert erforschte und lehrte der Jesuit und Universalgelehrte Athanasius Kircherorientalische Sprachen in Würzburg.

    Die Verbindung zwischen der Theologie und der Beschäftigung mit den orientalischen Sprachen steht auch am Anfang der Altorientalistik an der Universität Würzburg. Der von Friedrich Delitzsch und Hugo Winckler ausgebildete Johannes Hehn hatte von 1907 bis 1932 den Lehrstuhl für alttestamentliche Exegese und biblisch-orientalische Sprachen inne und trug mit Werken wie seiner Dissertation Hymnen und Gebete an Marduk (Leipzig 1903) zum besseren Verständnis der babylonischen Kultur bei. Sein besonderes Interesse galt den Beziehungen zwischen dem Alten Testament und den altorientalischen Kulturen; vgl. etwa Wege zum Monotheismus. Rektoratsrede, Würzburg 1913 (1925 in den Index Librorum Prohibitorum der römisch-katholischen Kirche aufgenommen).

    Eine eigene Stelle für Orientalische Philologie wurde, dann schon im Rahmen der Philosophischen Fakultät, im Jahr 1908 eingerichtet. Der Stelleninhaber Maximilian Streck (seit 1916 Ordinarius für Orientalische Philologie) betrieb vor allem Altorientalistik. Seine Edition der Assurbanipal-Inschriften ist noch heute ein wichtiges Referenzwerk des Fachs (Assurbanipal und die letzten assyrischen Könige bis zum Untergang Ninive’s, Leipzig 1916). Mit Maximilian Strecks Emeritierung im Jahr 1939 wurde das Fach Orientalische Philologie an der Universität Würzburg im Kontext des ideologischen und kulturellen Klimas im nationalsozialistischen Deutschland aufgegeben.

    Schon 1947, nur zwei Jahre nach dem Ende des II. Weltkrieges, wurde der Lehrstuhl für Orientalische Philologie jedoch wiederbegründet und hat seither immer auch die Altorientalistik in Forschung und Lehre vertreten. 1947 bis 1956 hatte der Altorientalist Theo Bauer den Lehrstuhl inne, der vor allem zur Edition neuassyrischer Königsinschriften beitrug.

    1958 übernahm der Altorientalist und Rechtshistoriker Wilhelm Eilers den Lehrstuhl und leitete das Institut für Orientalische Philologie bis 1973; er widmete sich selbst in seiner Würzburger Zeit vor allem der Iranistik.

    Mit seinem Nachfolger, dem Altorientalisten Einar von Schuler, wurde seit 1974 erstmals die Erforschung der hethitischen Kultur ein zentrales Anliegen in Forschung und Lehre am Würzburger Lehrstuhl; dieser Schwerpunkt wurde dann auch in der Würzburger Vergleichenden Sprachwissenschaft vor allem durch die Tätigkeit von Heinz Kronasser, Günter Neumann und Helmut Nowicki betrieben. Einar von Schuler musste 1987 krankheitsbedingt in den Ruhestand treten und verstarb nur wenige Jahre später am 15.2.1990; eine ausführliche Würdigung seiner Tätigkeit steht seiner Gedenkschrift voran (G. Wilhelm und M. Marazzi, Orientalia Nova Series 59, 1990, 103–6).

    Von 1988 bis Anfang 2010 hatte Gernot Wilhelmden Lehrstuhl für Altorientalistik inne, an dem Josef Bauerdie Sumerologie vertrat. Unter Wilhelms Ägide erlangte die Würzburger Altorientalistik als Kunde von den Keilschriftkulturen des gesamten Nahen Ostens höchstes internationales Renommee und wurde fest in den Kreis der altertumswissenschaftlichen Fächer an der Universität Würzburg eingebunden. Im Jahr 1999 fand in Würzburg der 4. Internationale Kongress der Hethitologie statt, 2008 die 54. Rencontre Assyriologique Internationale.

    2011 wurde Daniel Schwemerals Nachfolger Gernot Wilhelms auf den Lehrstuhl für Altorientalistik berufen. Zudem wurde die Altorientalistik am Institut für Altertumswissenschaften von 2007-2014 von Karlheinz Kessler vertreten.

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